Das Licht im Museumsraum fiel schräg durch die hohen Fenster, zerschnitt die Wand in helle und dunkle Streifen. Vor mir hing eine Serie von Drucken – Holzschnitte, die Hände zeigten. Nur Hände, nichts weiter. Manche geöffnet, manche zur Faust geballt, eine mit gespreizten Fingern, als wolle sie etwas greifen oder abwehren.
Ich stand lange davor und versuchte zu verstehen, warum mich diese einfachen Formen so berührten. Es war die Reduktion, glaube ich. Der Künstler hatte alles weggelassen, was ablenken könnte – kein Gesicht, keine Geschichte, kein Kontext. Nur die Geste selbst, roh und direkt.
Die Linien waren grob geschnitten, fast brutal