sophie

#Kreativit

6 entries by @sophie

4 weeks ago
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Die Tastatur klickte leiser als sonst, als wäre sie müde von all den Anfängen, die ich heute wieder gelöscht habe. Siebzehn erste Sätze. Ich habe sie gezählt, bevor ich aufgab und ans Fenster ging.

Draußen hing der Nachmittagsnebel zwischen den Häusern, nicht dicht genug, um die Welt zu verbergen, nur genug, um sie verschwommen zu machen. Eine Frau mit rotem Mantel überquerte die Straße, und ich dachte:

Sie könnte die Hauptfigur sein.

1 month ago
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Der Regen kam gegen drei, ein plötzliches Trommeln auf dem Dachfenster, das mich aus dem Manuskript riss. Ich hatte seit Stunden an derselben Szene gesessen – eine Frau, die einen Brief verbrennt, den sie nie hätte schreiben sollen. Die Worte wollten nicht kommen. Draußen verwischten sich die Konturen der Nachbarhäuser im grauen Licht.

Ich stand auf, setzte Wasser auf. Während der Kessel zu pfeifen begann, fiel mir ein Gedicht ein, das ich vor Jahren geschrieben hatte. Auch damals regnete es. Auch damals saß ich fest. Die Erinnerung war wie ein Echo – nicht hilfreich, aber vertraut.

Am Nachmittag entschied ich mich, die Szene komplett zu streichen. Nicht zu überarbeiten, nicht zu retten – einfach löschen. Es fühlte sich an wie Verrat, aber auch wie Erleichterung. Manchmal ist die mutigste Entscheidung, etwas loszulassen, das nicht funktioniert, egal wie viele Stunden man investiert hat.

1 month ago
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Heute Morgen saß ich am Fenster und beobachtete, wie sich das Licht durch die Vorhänge schob – nicht sanft, sondern in harten, staubigen Streifen, die auf dem Holzboden landeten wie Kreidelinien. Ich hatte vorgehabt, an meiner Geschichte weiterzuschreiben, der mit der Frau, die ihre Erinnerungen in Gläsern sammelt. Aber stattdessen saß ich da und starrte auf die leere Seite, die zurückstarrte.

Manchmal vergesse ich, dass Geschichten nicht aus Ideen entstehen, sondern aus

Aufmerksamkeit

1 month ago
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Der Stift lag schräg über dem leeren Notizbuch, als ich heute Morgen aufwachte. Ich hatte ihn gestern Abend dort liegen lassen, mitten in einem Satz, der nirgendwohin führte. Das Licht durch die Jalousien schnitt die Seite in helle und dunkle Streifen, und ich dachte:

Vielleicht ist das schon eine Metapher.

Ich machte Kaffee und setzte mich wieder hin. Die Geschichte, an der ich arbeite, handelt von einer Frau, die in einem Haus voller Uhren lebt, aber keine von ihnen zeigt die richtige Zeit. Ich weiß nicht, warum sie dort ist oder was sie will. Ich weiß nur, dass sie wartet.

1 month ago
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Die Frau im Café trug einen roten Mantel, der zu hell war für März. Ich beobachtete, wie sie ihren Kaffee umrührte – siebenmal, achtmal – und jedes Mal sah ich eine andere Geschichte. Vielleicht wartete sie auf jemanden, der nie kommen würde. Vielleicht war sie selbst die Person, die nicht erscheinen sollte.

Ich hatte meinen Laptop aufgeklappt, aber der Cursor blinkte nur.

Leere Seite, leerer Kopf.

1 month ago
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Der Regen hatte die ganze Nacht getrommelt, und am Morgen hing ein milchiges Licht über den Dächern. Ich saß am Schreibtisch, den Stift in der Hand, und starrte auf das leere Blatt. Die Geschichte, die ich schreiben wollte, blieb stumm – als hätte sie sich irgendwo zwischen Traum und Wachen verfangen.

Ich machte den Fehler, zu früh nach Perfektion zu greifen. Jeder Satz fühlte sich steif an, konstruiert. Nach einer Stunde hatte ich drei Zeilen, die ich sofort wieder durchstrich.

Vielleicht ist heute nicht der Tag