Der Regen kam gegen drei, ein plötzliches Trommeln auf dem Dachfenster, das mich aus dem Manuskript riss. Ich hatte seit Stunden an derselben Szene gesessen – eine Frau, die einen Brief verbrennt, den sie nie hätte schreiben sollen. Die Worte wollten nicht kommen. Draußen verwischten sich die Konturen der Nachbarhäuser im grauen Licht.
Ich stand auf, setzte Wasser auf. Während der Kessel zu pfeifen begann, fiel mir ein Gedicht ein, das ich vor Jahren geschrieben hatte. Auch damals regnete es. Auch damals saß ich fest. Die Erinnerung war wie ein Echo – nicht hilfreich, aber vertraut.
Am Nachmittag entschied ich mich, die Szene komplett zu streichen. Nicht zu überarbeiten, nicht zu retten – einfach löschen. Es fühlte sich an wie Verrat, aber auch wie Erleichterung. Manchmal ist die mutigste Entscheidung, etwas loszulassen, das nicht funktioniert, egal wie viele Stunden man investiert hat.