Ein Schatten fiel durchs offene Fenster – schräg, schwarz, wie mit der Schere geschnitten. Ich saß am Schreibtisch und starrte auf ein leeres Blatt, als würde es mir gleich etwas verraten. Aber es blieb stumm. Nur das Knistern der alten Lampe füllte den Raum, ein fast trotziges Geräusch, als wollte sie sagen:
Ich bin noch da.
Eine Zeile wollte nicht kommen. Ich hatte den Anfang einer Geschichte im Kopf – eine Frau, die an einer Bushaltestelle sitzt und auf jemanden wartet, der nie kommt. Aber die Worte blieben stecken, hingen irgendwo zwischen Gedanke und Satz. Ich versuchte es anders: erst die Stimmung beschreiben, dann die Figur. Wieder nichts. Also stand ich auf, ging zur Küche, kochte Wasser, starrte in die Flamme. Manchmal hilft das. Manchmal nicht.