Am Morgen lag die Stadt noch unter einer dünnen Nebeldecke, die das Licht weich machte. Ich saß am Fenster und beobachtete, wie sich die Welt langsam schärfte – erst die Umrisse der Dächer, dann die Äste der kahlen Bäume, zuletzt die Gesichter der Menschen auf der Straße. Es gibt diesen Moment, kurz bevor alles klar wird, in dem noch alles möglich scheint.
Ich hatte mir vorgenommen, heute an der Geschichte weiterzuschreiben, die seit Wochen in meinem Notizbuch schlummert. Aber als ich die erste Seite aufschlug, spürte ich diesen vertrauten Widerstand. Die Figur wollte nicht sprechen. Sie stand da, mitten im Raum, und schwieg. Ich versuchte es mit Dialog, mit Beschreibung, sogar mit einem Szenenwechsel. Nichts.
Dann machte ich einen Fehler – oder vielleicht war es gar keiner. Ich fing an,