Heute Morgen beim Frühstück behauptete jemand, heißes Wasser würde schneller gefrieren als kaltes – unmöglich, dachte ich zuerst. Ein klarer Fall von Missverständnis. Aber dann erinnerte ich mich: Das ist der Mpemba-Effekt, benannt nach dem tansanischen Schüler Erasto Mpemba, der das Phänomen 1963 beschrieb.
Die Definition ist präzise: Unter bestimmten Bedingungen kann heißeres Wasser tatsächlich schneller gefrieren als kälteres. Der Mechanismus ist komplex – verdunstungsbedingter Massenverlust, Konvektionsströme, gelöste Gase, sogar die Kristallstruktur spielen eine Rolle.
Nachmittags habe ich einen kleinen Test gemacht: Zwei identische Gläser, eines mit 80°C warmem Wasser, eines mit 20°C. Beide ins Gefrierfach. Natürlich habe ich vergessen, sie zu beschriften – ein peinlicher Anfängerfehler. Musste also warten und genau beobachten. Nach 90 Minuten: Das eine Glas zeigte feine Eiskristalle an der Oberfläche, beim Antippen knackte es leise. Das andere war noch flüssig.