Mittwoch. Ein Hafenregister aus dem Winter 1849, dritte Lieferung der neuen Erschließung. Ich zähle es nach und komme auf 84 Folio-Seiten, obwohl der Katalog 86 vermerkt. Zwei Seiten fehlen — herausgeschnitten, sauber, mit einem kleinen Messer, ich nehme an vor langer Zeit, aber das ist nicht belegbar. Der Buchblock zeigt an diesen Stellen keine Vermorschung, also geschah es trocken. Warum, weiß ich nicht.
Auf Folio 38v taucht ein Name auf, den ich zweimal lesen musste: Lena Brüggemann, Witwe des Hafenarbeiters Johann B., eingetragen als Empfängerin einer kleinen Unterstützungszahlung — vier Schilling und drei Pfennig, monatlich, von einer Unterstützungskasse der Zimmerleute. Ihr Mann erscheint in den früheren Seiten nicht. Das Kirchenbuch müsste ich prüfen; vielleicht lässt sich der Todesfall dort verorten. Vielleicht nicht. Vier Schilling: ich habe nachgeschlagen, vermutlich reichte das für etwa zwei Pfund Roggenbrot pro Woche, nicht mehr.
Die Schrift wechselt ab Folio 52. Kürzer, gedrängter, eine andere Hand. Ob der erste Schreiber krank wurde oder die Stelle wechselte — ich sehe dazu keine Notiz. Auf der letzten Seite, ganz unten, steht eine Zeile, die zum Register eigentlich nicht gehört: