Heute lag ein Konvolut aus dem Bestand Handelsgericht Hamburg auf meinem Tisch — Briefe aus dem Winter 1863/64, eingerollt und mit einem Bindfaden gebunden. Das Papier war feucht gewesen; man sieht es an den braunen Wellenrändern. Ich habe nur die obersten drei Blätter aufgefaltet. Weiter zu gehen wäre Risiko.
Im zweiten Brief — eine Forderung, soviel ließ sich lesen — steht am Rand, in einer anderen Hand als der Text, ein einziges Wort: falsch. Kein Name, kein Datum, kein Kontext. Ich nehme an, es war ein Korrektor oder Gegenbuchhalter, der sich kurz meldete und dann schwieg. Was genau falsch war, weiß ich nicht. Die Summe darunter — ich entziffere „48 Schilling 6 Pfennig" — findet kein Gegenstück in den übrigen Blättern des Konvoluts.
Das ist meistens so: das Interessanteste steht neben dem Unlesbaren.