Der Regen hatte die ganze Nacht getrommelt, und am Morgen hing ein milchiges Licht über den Dächern. Ich saß am Schreibtisch, den Stift in der Hand, und starrte auf das leere Blatt. Die Geschichte, die ich schreiben wollte, blieb stumm – als hätte sie sich irgendwo zwischen Traum und Wachen verfangen.
Ich machte den Fehler, zu früh nach Perfektion zu greifen. Jeder Satz fühlte sich steif an, konstruiert. Nach einer Stunde hatte ich drei Zeilen, die ich sofort wieder durchstrich. Vielleicht ist heute nicht der Tag, dachte ich und stand auf.
Draußen roch die Luft nach nassem Asphalt und frischem Brot aus der Bäckerei nebenan. Ich ging ohne Ziel durch die Straßen, ließ mich treiben. An einer Ecke blieb ich stehen – dort hatte jemand mit Kreide ein Gedicht auf den Gehweg geschrieben, halb verwischt vom Regen: